Fotografisches Gedächtnis des eigenen Lebens

Stellen Sie sich vor, alle zwei Minuten machen Sie automatisch ein Foto. Am Ende des Tages wählt eine Software die 30 interessantesten Motive aus. Tag für Tag. Jahr für Jahr. Insgesamt erhalten Sie eine Bilddokumentation Ihres Lebens von unglaublicher Dichte. Das ist keine Utopie, ...

... wie die Technik-Seite heise online berichtet. Sie beruft sich dabei auf den Artikel Das perfekte fotografische Gedächtnis von Technology Review.

Die schwedische Firma Memoto hat eine Kamera entwickelt, die das ermögichen soll. Sie hat die Größe einer Streichholzschachtel und kann an der Kleidung befestigt werden. Automatisch schießt sie alle zwei Minuten ein Foto und fügt zu jedem Bild u.a. die GPS-Daten hinzu:

Die Bilder lassen sich später von der Kamera auf einen Rechner übertragen. Richtig interessant wird die Bildersammlung aber, wenn man den Cloud-Dienst von Memoto bucht. Dort werden die Aufnahmen von speziellen Algorithmen verarbeitet und gruppiert...

Die Bildverarbeitung destilliert aus der Sammlung vor allem aber "Momente" heraus – rund 30 Ereignisse oder Dinge, die an einem Tag als besonders wichtig eingestuft werden.

Die ausgewählten Fotos können Sie sich dann auf dem Smartphone oder im Internet ansehen. Jeder wichtige Moment, oder der, den die Software dafür hält, wird dokumentiert.

Martin Källstrom von Momento sagt auf Technology Review zu seinen Motiven:

„Ich würde in mein Testament gerne einfügen, welche Elemente meines Lebenstagebuchs für die Menschen nach mir verfügbar sind“, sagt Källström. Ihn habe schon lange die Vorstellung fasziniert, möglichst ohne Anstrengung das eigene Leben zu dokumentieren. Der Memoto-Dienst erinnere ihn an den morgendlichen Blick in den Spiegel: "Jedesmal weiß man ein bisschen mehr über sich selbst", so Källström.

Doch es gibt zahlreiche ungeklärte Fragen und Probleme:

Sollte man andere Menschen darauf aufmerksam machen, dass sie in einer Situtation aufgenommen werden? Verletzt man die Privatsphäre anderer, wenn man die Bilder veröffentlicht? Stephen Wolfram, Gründer des Datendienstes Wolfram Alpha, testet seit März einen Memoto-Prototyp. Er findet das Gerät „sozial gesehen noch ein wenig seltsam“. Er wisse immer noch nicht, was er mit all den Daten machen solle, die dabei entstehen. „Und das sind eine Menge Daten.“

Es gebe aber Zeiten, wo man Memoto wohl besser zuhause lassen sollte, sinniert Källström. „Technik zwingt uns, neue ethische Urteile zu fällen.“

Was bedeutet diese Technologie für Sie, Traum oder Alptraum?

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