Ein Koffer für die letzte Reise

Angenommen, Sie würden aufgefordert, einen Koffer zu packen, der Sie nach dem Tod begleiten soll. Was würden Sie hineinlegen? Genau darum hat das Moskauer Goethe-Institut 50 Deutsche und 50 Russen gebeten.

Herausgekommen ist eine spannende Ausstellung, über die jetzt die ARD unter der Überschrift Was ist wichtig im Leben - und im Tod? berichtet.

Das Goethe-Institutes Moskau beschreibt die Idee und ihre Umsetzung so:

Der durch seine unkonventionelle Arbeit bekannte Trauerbegleiter, Bestatter und Gründer der Privaten Trauer Akademie in Bergisch Gladbach Fritz Roth schickte 2006 identische Koffer an 100 unterschiedliche Menschen, verbunden mit der Bitte, diesen für ihre letzte Reise zu packen. Die Adressaten waren Frauen und Männer, Alte und Junge, Künstler und Handwerker, Prominente und Unbekannte. Sie alle sollten sich besinnen auf die Endlichkeit jeden Lebens, auf die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod, auf das, was ihnen persönlich wichtig ist. Herausgekommen sind Reisekoffer, die so vielfältig sind wie die Menschen, die sie gepackt haben. Manche Koffer sind leer geblieben, in den anderen waren Bücher, Spielzeuge, Familienfotos, in manchen konnte überraschende Gegenstände wie Sudoku, Lichterketten, Pinzetten oder Lippenstifte ausfindig machen.

Die Koffer erzählen viel über die Menschen - manchmal indirekt, häufig direkt. Man findet einen Teddy ebenso wie Alkohol und Tabak oder Briefe. Die einen machen sich ernsthafte Gedanken, andere nehmen es mit Ironie. Die auf der ARD-Seite abgebildeten Koffer regen an, über sich selbst nachzudenken. Schade, dass ich die Ausstellung nicht mitbekam, als sie durch Deutschland tourte. Ich würde sie gern besuchen.

Die Idee ist natürlich auch eine gute Anregung für die Beschäftigung mit der eigenen Biografie. Packen Sie doch einmal in Gedanken oder tatsächlich Ihren letzten Koffer. Was müsste unbedingt hinein? Was würde ihn einfach interessanter machen? Sicher entdecken Sie so auch, was Ihnen in Ihrem Leben besonders wichtig war und ist. Genau darüber sollten Sie dann unbedingt in Ihrer Biografie erzählen.

Abgelegt unter: Biografie-Tipp, Gefunden, Nachdenkliches

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