"Die Ich-Erzähler"

Unter dieser Überschrift mit dem Zusatz "Ganz gewöhnliche Menschen lassen ihre Lebensgeschichte verschriftlichen - und merken oft erst dabei, wie ungewöhnlich sie ist" gibt es in der "Märkischen Allgemeinen" (MAZ) von diesem Wochenende - 3./4.1.2015 - gleich auf Seite drei einen ganzseitigen und überaus lesenswerten Artikel über das Schreiben und Schreibenlassen von Autobiografien. Leider ist der Artikel bisher nur in der Druckausgabe verfügbar. Denn er ist nicht nur interessant, sondern er enthält einige bemerkenswerte Argumente, die genau das ansprechen, was "Gurran" so anders macht.

Die eine Bemerkung bezieht sich auf die Kosten:

Die große Hürde zur eigenen Biografie ist das Geld. Wer Qualität haben möchte, muss tief in die Tasche greifen. Die Verschriftlichung und Gestaltung von erzählten Erinnerungen ist aufwendig, der Preis liegt im oberen vierstelligen Bereich. Günstiger wird es dann, wenn Tagebücher und Aufzeichnungen lediglich überarbeitet werden müssen.

Da bietet Gurran gleich mehrfach einen günstigeren Ansatz:

Eine 81jährige, die Ihre Biografie hat schreiben lassen, wird mit folgender Bermerkung in der MAZ zitiert:

"Ich habe mich lange davor gedrückt", sagt Ingar Brueggemann, "ich bin mit dem Mund besser als mit der Feder."

Geht Ihnen das auch so? Darüber hinaus bietet das gesprochene Wort auch noch mehr Informationen als das geschriebene. Wie etwas gesagt wird kann mitunter bedeutsamer sein als das, was gesagt wird.

Schließlich noch eine Beobachtung von Katrin Rohnstock, einer der führenden Biografieschreiberinnen:

Ihrer Beobachtung nach sind es zumeist Menschen aus Westdeutschland, die schreiben und scchreiben lassen. "Angesichts der Diffamierungen nach der Wende fehlt vielen Ostdeutschen noch das Selbstbewusstsein für die eigene Geschichte", sagt Rohnstock, die selbst in Ostdeutschland aufgewachsen ist.

Ich weiß nicht, ob diese Beobachtung tatsächlich zutrifft. Meiner Überzeugung nach sind viele Ostdeutsche durchaus selbstbewusst, aber sie sind zu wenig Selbstdarsteller. Sie halten ihr Leben nicht für berichtenswert, was fast immer nicht stimmt. Aber egal wie, auch hier bietet Ihnen Gurran einen interessanten Ansatz, schließlich gibt es durchaus Gründe, in einigen Fällen seine Biografie nur teilweise oder erst später zu veröffentlichen:

Also, falls Sie Interesse haben, nehmen Sie doch Kontakt mit mir auf.

Abgelegt unter: Biografie-Tipp, Gefunden

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