Autobiografie fördert Gesundheit

Hätten Sie das gedacht? Das Schreiben einer Autobiografie fördert die Gesundheit. Darauf deutet jedenfalls viel hin. An der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald läuft dazu sogar eine Studie.

Auf einer eigens eingerichteten Webseite stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Anliegen, die Methoden und wichtige Termine ihrer bereits seit Anfang 2011 und noch bis Ende 2013 laufenden Studie vor. Auf der Seite heißt es u.a.:

Auf der anderen Seite gibt es bereits Studien, welche die gesundheitsfördernde Wirkung der Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben belegen. So wirkt sich das Schreiben über autobiografische Inhalte positiv auf die psychische und physische Gesundheit der Schreibenden aus. Auch internationale Forschungsgruppen (WHOQoL-OLD Konsortium) zeigten, dass der biografie-bezogene Teil einer Untersuchungssitzung von älteren Personen als besonders wichtig wahrgenommen wurde.

An der Alice-Salomon-Hochschule Berlin gibt es sogar ein Masterstudium-Angebot Biografisches und Kreatives Schreiben, das sich besonders an Absolventinnen und Absolventen mit einem ersten akademischen Studienabschluss im Bereich der Human- und Gesundheitswissenschaften richtet. Begründet wird der Studiengang so:

Das kreative und biografische Schreiben spielt in professioneller Gesundheitsförderung von Gesundheits- und psychosozialen Berufen eine zunehmend große Rolle. In den USA ist Schreiben bereits seit langem ein wichtiger Teil sozialpädagogischer Arbeit. Die amerikanische Creative-Writing-Forschung hat dabei längst nachgewiesen, dass diese Form von Schreiben gesundheitsförderlich ist.

An anderer Stelle fand ich folgende schöne Geschichte:

Tagebücher und Autobiografien können bei der Bewältigung alter Verletzungen und aktueller Probleme helfen. Theodor Fontane, der Autor von "Effi Briest" und der "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" kämpfte zeitlebens mit Depressionen. 1892 fühlte er sich so elend, dass er sogar bereit war, in eine Nervenklinik zu gehen. Da riet ihm sein Hausarzt, sich eine leichte Arbeit zu suchen, etwa seine Kindheitserinnerungen aufzuschreiben. Ein guter Rat. Fontane notierte später in seinem Tagebuch: "Ich wählte meine Kinderjahre bis 1832 und darf sagen, dass ich mich an diesem Buch wieder gesund geschrieben habe". Zwei Jahre später erschien sein Buch "Meine Kinderjahre".

Also, tun Sie etwas für Ihre Gesundheit - und schreiben Sie Ihr Leben auf.

Abgelegt unter: Biografie-Tipp, Nachdenkliches

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